Florentine Klepper studierte Schauspiel- und Opernregie in Zürich und München. Seit 2004 ist sie an renommierten deutschsprachigen
Bühnen in beiden Sparten tätig.
Im Bereich Musiktheater gilt ihr Interesse sowohl der zeitgenössischen Musik als auch dem klassischen Opernrepertoire. Für das
Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz entstanden die Inszenierungen »Majakowskis Tod« von Dieter Schnebel und »Intolleranza 1960«
von Luigi Nono. Sie inszenierte Musiktheater-Uraufführungen u.a. an der Oper Luzern und für Münchner Festivals wie A*Devantgarde
und Festspiel plus. Für die Münchner Biennale für Neue Musik erarbeitete sie die Uraufführung von Jörg Widmanns »Monologe für Zwei«.
Ihre Inszenierung der Oper »Wasser« von Arnulf Herrmann entstand 2012 als Zusammenarbeit der Oper Frankfurt, der Münchner Biennale
und des Ensemble Modern und wurde in München und Frankfurt gezeigt. An der Oper Halle, dem Münchner Prinzregententheater,
der Staatsoper Stuttgart, dem Theater Freiburg und an der Semperoper Dresden inszenierte sie u.a. Werke von Mozart, Tschaikowski,
Monteverdi, Korngold, Händel und Wagner. Seit Beginn ihrer Tätigkeit verbindet sie eine intensive Zusammenarbeit mit den Bühnen- und
Kostümbildnerinnen Martina Segna und Adriane Westerbarkey.
Im Schauspiel war sie von 2009–2011 als Hausregisseurin am Theater Basel engagiert (u.a. »Verbrennungen« von Wajdi Mouawad,
»Hexenjagd« von Arthur Miller, »Das Geisterschiff« von Maxi Obexer und »Utopia – Vom besten Zustand«/eine szenische Installation)
Des Weiteren arbeitete sie u.a. an den Staatstheatern Stuttgart und Karlsruhe und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg
(u.a. »Mittwinter« von Zinnie Harris).
Als Koproduktion der Semperoper und den Salzburger Osterfestspielen erarbeitete sie 2014 unter der musikalischen Leitung von Christian
Thielemann »Arabella« von Richard Strauss. Für die Oper Frankfurt und in Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Titus Engel entwickelte sie
im gleichen Jahr eine eigene Fassung von Georg Friedrich Telemanns »Orpheus oder die wunderbare Beständigkeit der Liebe«. Ebenfalls
in Frankfurt inszenierte sie 2015 unter dem Dirigat von Sebastian Weigle »Julietta«, welches von der Zeitschrift Opernwelt als Wieder-
entdeckung des Jahres ausgezeichnet wurde. An der Oper Graz debütierte sie mit Franz Schrekers »Der ferne Klang« (musikalische Leitung
Dirk Kaftan) und eröffnete damit im Herbst 2015 die Intendanz von Nora Schmid. Mit der Inszenierung
»Hanjo« von Toshio Hosokawa in Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Kevin John Edusei an der Oper Bern 2016 verfolgte sie ein weiteres
Mal ihr Interesse an zeitgenössischer Musik. Zuletzt inszenierte sie »Giulio Cesare« von Georg Friedrich Händel am Theater Freiburg
und »Norma« von Vincenzo Bellini an der Oper Graz.


Trailer:
Julietta, Oper Frankfurt 2015/Fliegender Holländer, Semperoper 2013/Der ferne Klang, Oper Graz 2015/Hanjo, Konzert Theater Bern 2016/Guilio Cesare, Theater Freiburg 2017


Premieren:
14.12.2017, »Don Giovanni« von W. A. Mozart, Theater Klagenfurt
19.12.2018, »Katja Kabanova« von L. Janacek, Theater Bern

Thomas Channell Arts Management
Kontakt

Gestaltung: Dominique Boessner, Programmierung: Nico Brühlmann
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Florentine Klepper


Foto: Wolf Silveri

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»Verbrennungen«

von Wajdi Mouawad, Theater Basel 2008
Bühne: Bastian Trieb, Kostüm: Martina Segna, Musik: Tobi Hofmann
Foto: Wolf Silveri

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»Das Geisterschiff«

von Maxi Obexer, Theater Basel 2010
Bühne: Bastian Trieb, Kostüm: Anna Sofie Tuma, Musik: Kolsimcha
Foto: Wolf Silveri, Film: art-tv

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»Mittwinter«

von Zinni Harris, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 2007
Bühne & Kostüm: Chalune Seiberth, Musik: Tobi Hofmann
Foto: Wolf Silveri

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Majakowskis Tod

(...) Regisseurin Florentine Klepper lässt in Münchens Gärtnerplatztheater diese Daten auf den Vorhang projizieren. Das hat einen Stich ins Volkshochschulhafte. Aber es spricht für den starken Stilisierungswillen dieser Regisseurin, dass sie stets ein Abgleiten ins besserwisserisch Peinliche zu verhindern weiß. Auch in der Fortsetzung verschreibt sich Schnebel einem Willen zur Verständlichkeit, wie er unter avancierten Komponisten selten ist. Ein Großteil der zitierten Gedichte Majakowskis und der Texte wird rezitiert. Der zuletzt umjubelte Holger Ohlmann gibt als zentrale Rolle des Abends den sprechenden Majakowski, während Egbert Junghans als singender Majakowski eher dezent im Hintergrund bleibt. Ohlmann stattet den Dichter mit jenem großmäuligen Aplomb aus, der einem aus der gängigen deutschen Majakowski-Übersetzung durch Hugo Huppert entgegengrinst – mit jenem überheblichen, aber durchaus sympathischen Gestus des Umstürzlers und Weiberhelden, dem die Vergangenheit schnurzegal, die Gegenwart alles und die Zukunft ein Versprechen ist auf noch größere Freuden und noch irdischere Paradiese. Es wird also viel geredet in dieser spannenden achtzig Minuten langen Oper, die sich so hinterhältig dagegen wehrt, eine Oper zu sein. Vermutlich wäre es sinnvoll gewesen, die nicht immer gut verständlichen Texte zu übertiteln. Damit sich das Publikum nicht allzu sehr auf den Text konzentrieren muss. Denn, wie häufig in der Oper, erzählt die Musik eine andere Geschichte als der Text. Majakowskis materialistische Daseinsfeiern, seine beständige (Sehn-)Sucht nach Liebe und Schönheit, seine ätzende Ironie – all dies spricht bei Schnebel für ein Unbehagen sowohl am eigenen, aggressiv ausgestellten Ich als auch an einer sozialistischen Umwelt, deren anfangs beflügelnder Elan bereits in des Dichters letzten Lebensjahren umschlug in Gängelung und Terror. Dirigent Ekkehard Klemm und seine Musiker zeigen gelassen nachdrücklich, wie Schnebel diesen anderen Majakowski beschreibt, dessen Zärtlichkeiten, dessen Lust an großem Gefühl, dessen Trauer und Verzweiflung in Atem- und Schrappgeräuschen genauso aufscheinen wie in stilisiert stockendem Sprechen. Hinreißend, wie sich Regisseurin Florentine Klepper im bedrohlich geheimnisvollen und dennoch pragmatischen Bühnenbild von Chalune Seiberth auf diese subtile Ursachenforschung einlässt. Und Intendant Klaus Schultz hat wieder einen Riecher dafür bewiesen, was einem zuletzt sehr beeindruckten Publikum an Moderne zuzumuten ist.

SZ vom 18.07.05, R.J.Brembeck

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»Intolleranza 1960«

von Luigi Nono, Staatstheater am Gärtnerplatz München 2007
Dirigat: Ekkehard Klemm, Bühne & Projektion: Bastian Trieb, Kostüm: Chalune Seiberth
Foto: Wolf Silveri

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»Der Fliegende Holländer«

von Richard Wagner, Semperoper Dresden 2013
Bühne: Martina Segna, Kostüm: Anna Sofie Tuma, Projektion: Bastian Trieb, Licht: Bernd Purkrabek
Foto: Wolf Silveri

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»Zaide«

von Wolfgang Amadeus Mozart, Staatsoper Stuttgart Junge Oper 2008
Bühne und Projektion: Bastian Trieb, Kostüm: Anna Sofie Tuma
Foto: Wolf Silveri

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»Die Tote Stadt«

von Erich Wolfgang Korngold, Theater Freiburg 2015
Dirigat: Fabrice Bollon, Bühne: Martina Segna, Kostüm: Adriane Westerbarkey
Foto: Wolf Silveri

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»Julietta«

von Bohuslav Martinu an der Oper Frankfurt 2015
Dirigat: Sebastian Weigle, Bühne: Boris Kudlicka, Kostüm: Adriane Westerbarkey,
Licht: Jan Hartmann, Foto: Barbara Aumüller

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»Der Ferne Klang«

von Franz Schreker Oper, Graz 2015
Dirigat: Dirk Kaftan, Bühne: Martina Segna, Kostüm: Adriane Westerbarkey, Annasofie Tuma,
Licht: Bernd Purgrabek, Video: Heta Multanen, Foto: Wolf Silveri

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»Hanjo«

von Toshio Hosokawa, Oper Bern 2016
Dirigat: Kevin John Edusei, Bühne: Martina Segna, Kostüm: Adriane Westerbarkey,
Video: Heta Multanen, Foto: Wolf Silveri

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»Giulio Cesare«

von Georg Friedrich Händel, Theater Freiburg 2017
Dirigat: Egon Mihjlovic, Bühne: Martina Segna, Kostüm: Adriane Westerbarkey,
Licht: Dorothee Hoff, Foto: Martina Segna

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»Norma«

von Vincenzo Bellini, Oper Graz 2017
Dirigat: Robin Engelen, Bühne: Martina Segna, Kostüm: Adriane Westerbarkey,
Licht: Adam Silvermann, Foto: Wolf Silveri